DOJO-REGELN

Die Dojoregeln sollen den reibungslosen Ablauf des Unterrichtes erleichtern und ein freundliches Miteinander gewährleisten.

 

Aikido, Iaido und Iaijutsu sind Budodisziplinen.

 

Budō (japanisch 武道, deutsch Militär-Weg, Kriegskunstweg, Weg des Krieges) ist der Oberbegriff für alle japanischen Kampfkünste, die – im Gegensatz zu den traditionellen Bujutsu-Kriegskünsten – außer der Kampftechnik noch eine „innere“ Dō-Lehre oder auch Philosophie enthalten.

 

Wie in vielen japanischen Künsten liegt im Budō der Sinn eher im „Tun” als im Ergebnis. Es ist ein Prozess, dessen Ergebnis offen und oft auch nebensächlich ist. Die Begriffe „Budō“ und „Bushidō“ (Weg des Kriegers) haben auch noch eine übertragene Bedeutung: als Methode zur Selbstverwirklichung und Selbstkontrolle.

(Quelle Wikipedia)

 

Das Dojo (Do=Weg, Jo=Ort -> „Ort des Weges“) als Trainingsstätte ist nicht nur eine Sporthalle. Es ist ein Ort des Respektes, der Höflichkeit und der Selbstdisziplin. Es gibt bei uns zwar keine Wettkampfregeln, aber es gibt die Regeln der Etikette (Umgangsformeln, Zeremoniell). Sie sollen ein gemeinsames, friedliches und erfreuliches Miteinander ermöglichen.

 

Wir haben das große Glück, dass wir anhand unserer Lehrer und Trainingspartner üben und uns entwickeln dürfen und können. Das heißt aber auch, dass wir Verantwortung für uns und für andere haben. Gerade weil es sich bei den Techniken oftmals um Techniken handelt, die einen ernsthaften Gegner tatsächlich beschädigen können.

 

Es ist also umso notwendiger sorgsam mit den Trainingspartnern und auch mit sich selber umzugehen. Daher ist Selbstdisziplin und Selbstkontrolle ein wichtiges Element des Trainings. Wir lehnen aggressives Verhalten grundsätzlich ab. Auch die Schulung der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung ist ein zentrales Element.

 

Zum Meistern der eigenen Existenz gehört auch die Aufmerksamkeit für Andere. Erst diese Form der Wahrnehmung versetzt einen in die Lage, etwas gestalten und zum Positiven verändern zu können.

 

 

Kurz gesagt:

 

  • sei ernsthaft, ausdauernd und geduldig
  • sei selbstsicher, ehrlich und aufrichtig
  • sei aufmerksam, dankbar und tolerant
  • sei höflich, freundlich und bescheiden

 

Das eigene Ego hat zum Wohle aller – auch zu deinem eigenen Wohl - in den Hintergrund zu treten.

  • Pünktlichkeit

     

    Wir fangen pünktlich an. Das heißt, wenn der Stundenbeginn mit 18.30 auf dem Stundenplan steht, sollte das Umziehen, Füße waschen, Kleidung richten, Ankommen, etc. so passieren, dass man mit Startbeginn auch fertig ist.

     

    Kommt jemand zu spät, gehen wir davon aus, dass er/sie einen guten Grund dafür hat. Es ist daher nicht notwendig, sich zu entschuldigen. Der/die Zuspätkommende sollte sich aber so verhalten, dass die bereits Trainierenden nicht gestört werden.

     

    Bei Eintritt auf die Matte wartet er/sie die Aufforderung des Sensei ab. Während der Lehrer unterrichtet ist ein Betreten der Matte untersagt.

     

    Nach erfolgter Aufforderung, betritt der Zuspätkommende die Matte, verbeugt sich und macht selbständig Reishiki (Reishiki jap. 礼式, auch Reigi, Reiho oder nur Rei ist die Gesamtheit der Verhaltensregeln in den japanischen Kampfkünsten (Budō).). Danach kann er/sie normal in den Unterricht einsteigen.

  • Hygiene

     

    Es ist darauf zu achten, dass sowohl der eigene Körper, als auch die Trainingsbekleidung und alle Utensilien in Ordnung gehalten werden, so dass Trainingspartner/innen weder gestört noch verletzt werden können.

     

    Daher müssen Finger- und Zehennägel geschnitten sein, Bekleidung hat sauber und unversehrt  (oder wieder genäht) zu sein und auch der Trainierende selbst sollte keine olfaktorischen Irritationen auslösen. Wer an (Fuß)-krankheiten leidet oder leicht friert, kann rutschfeste Socken tragen.

     

  • Bekleidung

     

    Für den Start (erstes Monat) reicht reißfeste, nicht einschneidende Trainingskleidung (ohne Gürtel oder Metall, keine losen Enden), die die Knie und die Oberarme bedeckt. Danach ist ein sogenannter Keiko-Gi und ab der ersten Aikido-Prüfung bzw. ab dem Führen des Iaitos ein Hakama obligatorisch.

     

    Beim Aikido ist die Gi-Jacke weiß, beim Iaijutsu ist sie dunkelblau oder schwarz. Der Keiko-Gi besteht insgesamt aus Jacke, Hose und Gürtel (Obi). Es gibt zwei Gürtelfarben: Weiß=Kyugrade, Schwarz=Dangrade.

     

    Beim Anziehen der Jacke wird das linke Revers über das rechte geschlagen. Die umgekehrte Variante wird in Japan nur bei den aufgebahrten Toten angewendet und Verwechslungen hierbei führen immer wieder zur Erheiterung japanischer Lehrer.

     

    Männer tragen an sich keine Unterwäsche unter dem Keiko-Gi, aber es stellt auch keinen Verstoß gegen die Etikette dar, es doch zu tun. Allerdings ist auf jeden Fall ein Gi-Hose zu tragen. Es ist nicht schicklich den Hakama ohne Gi-Hose zu tragen, da bei uns Frauen und Männer gemeinsam trainieren und am Ende der Stunde der Hakama zum Zusammenlegen ausgezogen wird. Frauen tragen Unterwäsche. Sport-BH oder T-Shirt darunter ist Pflicht. Bügel-BH´s sind aufgrund erhöhten Verletzungsrisikos verboten.

     

  • Körperfunktionen / Erkrankungen

     

    Wasser trinken während des Trainings ist nicht üblich. Die Kampfkünste stellen auch eine asketische Schulung dar, die Belastungen des Körpers beinhaltet. Wer an Krankheiten leidet, die eine ständige Wasserzufuhr bedingen, ist davon natürlich ausgenommen.

     

    Generell gilt, dass jegliche temporäre und chronische Erkrankungen dem zuständigen Trainer vor Trainingsantritt mitzuteilen sind. Besteht eine Unklarheit über eine generelle körperliche Eignung, muss vor Trainingsantritt ein Arzt konsultiert werden.

     

  • Sicherheit

     

    Schmuck ist im Unterricht aus Sicherheitsgründen verboten, d.h. Ringe (auch Eheringe), Halsketterln, Piercings, Ohrringerl, Armbänder, etc. sind vollständig vor dem Training abzulegen. Sie stellen auf der Matte ein Verletzungsrisiko für einen selbst und andere dar. Haare sollten zusammengebunden werden, da sonst leicht jemand drauf steigt.

    Dem Unterrichtenden ist Folge zu leisten!

     

    Der/Diejenige, der/die unterrichtet hat darin langjährige Erfahrung. Wenn er/sie etwas sagt, hat er/sie einen Grund dafür. Wenn man die Matte währende des Trainings aus welchem Grund auch immer verlässt/verlassen muss, ist es zwingend dem Trainer Bescheid zu geben.

     

  • Unterricht

     

    Den Anweisungen von Lehrern (Sensei), Assistenten und fortgeschrittenen Schülern (Sempai) ist auf jeden Fall und sofort Folge zu leisten. Inhaltliche Diskussionen sind nach der Stunde möglich. Während des Trainings herrscht Ruhe und Konzentration, das Sprechen ist auf das notwendige Ausmaß zu reduzieren.

     

    Geisteshaltung: Es ist notwendig einen friedvollen, offenen und freundlichen Geist zu entwickeln. Das Training soll uns und unseren Trainingspartnern Freude machen.

     

    Während des Vortrages des Lehrers/der Lehrerin (beim Vorzeigen) verfolgen die Übenden die Ausführungen mit Aufmerksamkeit. Während dessen wird weder die Matte betreten oder verlassen, noch das Gewand gerichtet oder der Hakama gebunden. Beim Sitzen gilt Seiza (Kniesitz) als Standard. Wer Probleme mit den Knien hat, kann auch aufrecht im Schneidersitz sitzen. Es ist zu vermeiden, sich hinzulümmeln oder sich abzustützen oder die Füße gerade nach vorne zu strecken.

     

  • Suchtmittel / Drogen

     

    Der Genuss von allen Arten von Suchtmitteln ist mit potentiell gefährlichem körperlichem Training unvereinbar und daher vor dem Training und im Dojo verboten.

     

  • Handys und Wertgegenstände

     

    Handys sind abzuschalten bzw. auf lautlos zu stellen (ohne Vibraalarm!)., Ausnahmen mit dem Trainer abzusprechen.

     

    Handys und Wertgegenstände (Schlüssel, Geldbörserl, etc.) bitte mit in den Trainingsraum nehmen. Wir übernehmen für Handys und Wertgegenstände keine Haftung.

     

  • Toleranz / Respekt

     

    Auf der Matte kommen Menschen verschiedener Alters-, Glaubens- und Lebenswelten zusammen. Diese Vielfalt bereichert das Training. Auch wenn Du vielleicht andere Lebenswelten nicht teilen kannst oder möchtest, respektiere sie. Es gibt fast immer etwas zu lernen.

     

  • Aufmerksamkeit

     

    Sei Dir selbst, Deinen Trainingspartnern und Deiner Umgebung gegenüber aufmerksam. Deine Wahrnehmung sollte nicht bei der eigenen Nasenspitze aufhören.

     

  • Trainingswaffen

     

    Personen unter 15 Jahren sind bei uns für die Waffendisziplinen nicht zugelassen. Im Aikido behalten wir uns vor, die Altersgrenze je nach Reifegrad nach unten zu verschieben, absolutes Mindestalter ist jedoch 12 Jahre.

    Waffen - auch wenn sie aus Holz oder nicht geschliffen sind - sind kein Spielzeug!

     

    Jede Form von fahrlässigem Verhalten außerhalb der vorgegebenen Übungsformen ist zu unterlassen. Der Eigentümer der Waffen hat jederzeit und überall dafür zu sorgen, dass sich diese in seiner Reichweite und Verfügungsgewalt befinden und niemand damit Unfug oder Unheil anrichten kann.

     

    Fremde Waffen dürfen ohne Erlaubnis des Besitzers nicht berührt werden. Es ist verboten auf oder über die Waffen eines anderen zu steigen. Waffen sind immer verpackt und gesichert zu transportieren, innerhalb UND außerhalb des Dojos. Ausgepackte Waffen sind nur innerhalb des Trainings gestattet.

     

    Sind die Waffen während des Trainings am Mattenrand abzulegen, so werden sie so ausgerichtet, das Klinge und Schneide von der Kamiza (Stirnseite des Dojos) abgewandt sind. Auf der Matte werden Waffen niemals abgelegt (Ausnahme: bei Prüfungen oder Vorführungen oder wenn kein Rand neben der Matte vorhanden ist).